Zaschendorf

Zaschendorf ist eines der kleinsten, aber mit durchschnittlich 340 m über NN das am höchsten gelegene Dorf im Schönfelder Hochland. Aufgeteilt ist es in ein „Unterdorf“ und ein „Oberdorf“. Das letztere entstand erst in der zweiten Hälfte des 19. Jh’s. In der ersten Hälfte des 20. Jh. war Zaschendorf ein Waldhufendorf, dessen Flure sich nach Norden und Nordwesten hinzogen. Die einzelnen Höfe des Waldhufendorfes wurden in einer langen Reihe der Talsohle oder der Straße entlang gebaut, deshalb spricht man bei dieser Besiedlungsform oft auch von Reihendörfern.
Heute ist Zaschendorf ein Platzdorf, das bedeutet, dass alle Straßen des Ortes auf den Dorfplatz führen. Zaschendorf entstand im 11./12. Jh. als Ansiedlung fränkischer Bauern. Gegründet wurde das Dorf vermutlich durch einen Lokator (Kolonialland verteilender Ritter) namens Cas(tis)lav. Die erste Ortsbezeichnung Zaschlensdorff aus dem Jahre 1367 und Zcazlauwendorf aus dem Jahre 1387 wurden wahrscheinlich von dem Namen des Lokators abgeleitet. Auch könnte der Name des Dorfes von den Vornamen Castolaus, Tsastolaus, Schasliw, Zschaßlaw oder Zcschaschlaw herrühren. Der Vorname Zcschaschlaw kommt in der Familie von Schönfeld in den Jahren 1344 bis 1474 häufig vor. Die Gemarkung raint nördlich mit den Doberwiesen und den Hinterbergen an die Eschdorfer Flur, entlang der ehemaligen Gemeindeviehtreibe mit Schullwitz und Reitzendorf und in einem Zipfel auf dem Hahnstein oder am Zschoben mit Borsberg. Im Süden grenzt das Pillnitzer Waldgebiet an. Bereits im Jahre 1387 bestand im Ort ein Vorwerk mit einer Hammelschäferei des Rittergutes Schönfeld. Um 1490 kam Zaschendorf zum Rittergut Schönfeld. 1494 war der Ort „mit gerichten über hals und hant“ im Besitz der Familie von Karras.
Um 1900 wurde versucht, das Dorf zusammen mit Borsberg wegen seiner landschaftlich reizvollen Lage als Höhen-Luftkurort und Sommerfrische auszubauen. Der damalige im Jahre 1889 gegründete Ortsverein Borsberg-Zaschendorf-Reitzendorf (Vorsitzender: Otto Melchior) setzte sich mit allen Kräften dafür ein, was aber nicht den erwarteten Erfolg brachte. Die Bestrebungen des Ortsvereins gingen in erster Linie dahin, neue und gesunde Wohnungen zu schaffen. Vor dem Ersten Weltkrieg bauten sich dann Arbeiter, die in der nahen Pirnaer und Dresdner Industrie beschäftigt waren, Häuser beiderseits der alten Höhenstraße.
1931 starteten am Triebenberg erstmals Segelflieger. Dieser Sport war allerdings nach 1945 nicht mehr möglich, denn der Zweiten Weltkrieg machte auch um Zaschendorf keinen Bogen. Gewitztes und mutiges Verhalten der Einwohner ließen die zum „Endkampf“ in Stellung gegangenen Wehrmachtsverbände wieder abziehen und so konnte einer Zerstörung des Dorfes vorgebeugt werden. Aber auch die Zeit mit der Roten Armee war anscheinend nicht immer angenehm. Nach dem Krieg blieb der Ort landwirtschaftlich geprägt und kam als Ortsteil zu Schönfeld.
Heute ist der Triebenberg wieder Startbasis für Hobby-Piloten aller Art. Nur Segelflieger haben sich nicht mehr angesiedelt. Die ehemalige Radarstation der Sowjetischen Streitkräfte beherbergt jetzt ein neues Labor für Höchstauflösungs-Elektronenmikroskopie und elektronische Holographie der TU Dresden. Diese sind für die Elektronik-Industrie von Bedeutung und inzwischen gehört das hiesige Labor zu den weltweit anerkannten Einrichtungen der Spitzenklasse. Für diese Forschungen werden sehr hohe Anforderungen an die Störfreiheit gestellt, die den Triebenberg auszeichnen.
Auf unserer Homepage www.zaschendorf.com gibt es noch  weiteres über Zaschendorf, den höchsten Punkt Dresdens zu erfahren. So veranstaltet der ansässige Feuerwehrverein jedes Jahr im Juni ein Fest für die Kleinsten – die Kinder.

 Text und Foto: Holger Gruhl