Weißig

Weißigs erste urkundliche Erwähnung datiert aus einer Schenkungsurkunde des Jahres 1235, als der Dohnaer Burggraf Otto I. das Dorf „Wizoch” mit 14 Hufen Land dem  Kloster Zelle überläßt. Vermutlich existierte der Ort schon nach 1150, als überwiegend aus Franken und Flandern stammende Kolonisten im Gebiet zwischen Heiderand und Elbe Siedlungen gründeten. Nachdem 1421 die Gemeinde mit allen Besitztümern dem Augustinerkloster in Alten Dresden gehörte, endete 1543 für immer die Klosterherrschaft. Beide Orte verband der Stolpische Weg und später die Bautzner Straße, wodurch über Jahrhunderte Weißig bei Kämpfen um Dresden von Hussiten, Böhmen, Truppen Wallensteins, Preußen und Österreichern im Siebenjährigen Krieg sowie Franzosen und Russen 1813 wiederholt Leid und Elend erfahren musste.
Zwischen 1606 und 1883 war Weißig ein „trockenes” Rittergut, d.h. ohne Herrschaftssitz. 1901 erhielt die Kirche ihre heutige Gestalt. Ihre Grundmauern stammen aus der ersten Hälfte des 13. Jh. Eisenbahn (Weißig – Dürrröhrsdorf) und Straßenbahn (Bühlau – Weißig) konnten 1908 gleichzeitig eingeweiht werden. Leider verkehrten sie nur bis 1952 bzw. 1949. Zwischen 1949 und 1971 besaß die Gemeinde Anschluss an die Oberleitungsbuslinie nach Dresden.
1990 begann Weißig mit den Planungsarbeiten zu einem Gewerbegebiet. Dieses wurde zwischen Mai 1991 und November 1992 erschlossen und umfasst 51 ha, von denen knapp 11 ha Wohnbebauung sind. Am Fuße der Weißiger Berge (Hutberg, Lindenberg, Hermsberg und Napoleonstein) sowie auf dem noch fast vollständig erhaltenen Bahndamm und über die Hornstraße (Kammstraße des Hochlandes)  können Wanderer zu allen Jahreszeiten ein wunderschönes Stück Natur kennen lernen. Historische Sehenswürdigkeiten stellen noch das Sandsteinsühnekreuz an der B 6 (Ortseingang), das barocke Pfarrhaus von 1742 und Soldatengräber verschiedener Epochen dar. Auch die König-Albert-Eiche von 1898 und gleichnamiger Denkstein von 1898 an der Hauptstraße sind sehenswert.

Text: Christian Kunath                                                                                                          Foto: HochlandVerlag