Schullwitz

Der heutige Ort Schullwitz ist 1378 in einer Zinsurkunde unter dem Namen „Zschulewitz“ erstmals urkundlich erwähnt. Seine teilweise heute noch erkennbare Anlage als Waldhufendorf lässt den Schluss auf eine noch frühere Gründung zu. Die schmalen  Feldfluren, in der Breite der dominierenden Dreiseithöfe, erstreckten sich in Richtung Napoleonstein bzw. zum Elbhang und verweisen auf einen bis heute von Landwirtschaft geprägten Charakter des Ortes. Das Landgut „Napoleonstein“ – auf Schullwitzer Flur – setzt diese Grundausrichtung fort. Nennenswerte Industrie hat es nicht gegeben.
Historisch betrachtet lagen die Gehöfte rechts und links des in einem Muldental fließenden Schullwitzbaches. Ihre Stellung am Hang brachte ein interessantes, zum Teil noch erhaltenes Bauelement an den Scheunenrückseiten, die Balkenfahrt, hervor. So konnte früher vom Feld direkt in das Obergeschoss einer Scheune eingefahren werden. Prägend sind die vom Schullwitzbach gespeisten Teiche, die wie eine Perlenkette nahezu den gesamten Ort durchziehen. Mit der Bebauung der Weißiger Straße und den Neubaugebieten „Am Schullwitzbach“ und „Aspichring“ entwickelte sich der Ort mehr und mehr zur Wohngemeinde.
Dominant ist das Gebäude der ehemaligen Schule, das heute durch Kindergarten, Bibliothek und Vereinszentrum der Bürgervereinigung Schullwitz e. V. mit Leben erfüllt wird. Der durch sein Mühlenunternehmen bekanntgewordene Gottfried Traugott Bienert stellte vor 120 Jahren Geld für einen Schulneubau zur Verfügung, verlangte aber, dass dieser mit einem Turm und einer Glocke ausgeführt wird. Auch nach mehreren Erweiterungen zeigen Turm und Ostseite noch diese historische Struktur. Im Erdgeschoss erinnert eine Gedenktafel an diesen Gönner.
Die ehemalige Bahnstrecke, 1952 stillgelegt, ist heute ein Rad-  und Wanderweg, der an der gesamten Ortslage entlang führt und der von der erhaltenen Bogenbrücke einen interessanten Blick auf die Ortslage und den Gasthof ermöglicht.
Schullwitz ist durch Buslinien direkt an Dresden und Pirna sowie über Schönfeld auch an alle Hochlandgemeinden angebunden.

Text und Foto: Erhard Goldbach