Eschdorf

700-Jahr-Feier am 22.-24.9.2017 in Eschdorf

An diesem Wochenende stehen zahlreiche Veranstaltungen auf dem Plan. Das komplette Programm finden Sie unter www.eschdorf.com

Ab sofort erhältlich ist auch die mit viel Mühe zusammengetragene Chronik:

700 Jahre Eschdorf       1317 – 2017

ISBN 978-3-934047-83-9

17 x 24 cm

68 Seiten

4-farbig illustriert

Softcover

VK: 10 € zzgl. Versandgebühr (Büchersendung)

 

Das Buch können Sie online hier über wolfram@hochlandverlag.de oder über den Freundeskreis Eschdorf e.V. quastgmbh@t-online.de bestellen. Das Buch wird während des Hochlandfestes und natürlich auch während der 700-Jahr-Feier jeweils vor Ort direkt verkauft. Vielen Dank!

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2017 begeht das ehemalige beiderseits des Schullwitzbaches gelegene Reihendorf sein 700-jähriges Ortsjubiläum. Alte Kirchenchroniken belegen das Gründungsjahr 1317. Von der stark befahrenen Staatsstraße zwischen Radeberg und Pirna fällt kaum ein Blick der Autofahrer auf den Kirchberg mit dem markanten Turm von St. Barbara. Doch wer hier parkt und verweilt, wird neben der alten Kirche, die vor dem Ersten Weltkrieg nach Plänen von Christian Friedrich Arnold erneuert wurde, bisher Unbekanntes entdecken können. Der Dresdner Architekt verdankte diesen Auftrag der großzügigen Stiftung des gebürtigen Eschdorfer Mühlenbetreibers Gottlieb Traugott Bienert, der im 19. Jh. zu den angesehensten sächsischen Unternehmerpersönlichkeiten zählte. Leider konnte die Bienert-Mühle, nicht vor dem Verfall gerettet werden. Filmemacher, wie Frank Kukula, haben den historischen Mühlenbetrieb noch festgehalten. Dennoch hält ein rühriger Freundeskreis das Andenken an den berühmten Sohn des Dorfes wach. Auf dem verlassenen Mühlgraben wurde in den letzten Jahren ein Kinderspielplatz angelegt, der gut angenommen wird. Ausgangspunkt für einen Wanderweg, der zur ehemaligen alten Mühle und zum benachbarten Freigut Eschdorf führt. Hier sind Spuren des Wirkens des Freiherrn Johann Gottlieb von Quandt noch erkennbar.

Der bedeutende Kunstmäzen, Mitglied der Königlichen Galeriekommission in Dresden und Rittergutsbesitzer in Dittersbach modernisierte das Freigut und ließ einen reizvollen Landschaftspark anlegen, der wieder öffentlich genutzt werden soll. Bemerkenswert ist das denkmalgeschützte Stallgebäude, das die Handschrift eines Architekten der Semperschule trägt. Ein Pharmazierunternehmer nutzte in den vergangenen Jahren unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten das verwahrloste Areal zu einer schmucken Wohnanlage um. Dem Verdienst der engagierten Eschdorfer ist es zu verdanken, dass auf dem Kirchboden von St. Barbara ein Heimatmuseum mit einer umfangreichen Sammlung von altem Hausrat und bäuerlichen Gerätschaften eingerichtet wurde.
Seit kurzem ist die ehemalige Ortsschule auf dem Kirchberg für Vereinszimmer und ein historisches Klassenzimmer ausgebaut worden. Mit dem alten Pfarrhaus und dem Fachwerkbau als Nebengelass werden Wanderer überrascht sein. Aber auch im Umfeld des Eschdorfer Kirchbergs kann man auf dem Gelände des alten Bahndamms, der heute als Radweg dient, ein Wartehäuschen (heute Schutzhütte) mit Informationstafeln besichtigen. Trotz schwindender Einwohnerzahlen bringt es Eschdorf mit Rosinendörfchen immerhin auf ca. 600 Einwohner, die ihre Heimat schätzen und dafür auch Hand anlegen. Der entstehende Autobahnzubringer an der Ortsgrenze wird eine erneute Herausforderung für die Eschdorfer sein.

Text: Dieter Zumpe                                                                                                           Foto: Archiv Mario Quast