Borsberg

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes Borsberg – anfangs „Bornsberg“, später auch „Porsperg“ und „Porschberg“ genannt – findet man 1378 als Zubehör des castum Dresden. In Verbindung steht der Ortsname mit dem altsorbischen Namen „Borislaw“, welcher  „auf den Berg gelegene Siedlung eines Boras“ bedeutet.
Von dem 1702 von Heinrich von Bünau erworbenen Grundbesitz gingen die Rechte nach einigen Jahren an die Pillnitzer Herrschaft über. 1883 veräußerte die Familie von Bünau das erbaute Wohnhaus an den Staatsforst Pillnitz, welches bis 1918 als königliche Jagdhütte genutzt wurde. Die zum Vorwerk gehörenden Wirtschaftsgebäude wurden abgerissen. Zum Glück zerschlugen sich um 1900 die Pläne einer Drahtseilbahn am Elbtalhang, welche die Ortschaften Zaschendorf und Borsberg als Luftkurorte verbinden sollten. Villenähnliche Wohngebäude waren bereits entstanden – an einzelnen können wir uns heute noch erfreuen, zahlreiche vielen dem Zweiten Weltkrieg zum Opfer.
Der Ort liegt am Friedrichsgrund – auch Meixgrund genannt –, indem sich die Meixmühle befindet. Den Weg in diesem malerischen Grund ließ Kurfürst Friedrich August III. von Sachsen um 1780 anlegen. Im Auftrag des Camillo Graf Marcolini wurde im selben Jahr eine Aussichtsplattform sowie eine Grotte mit hölzernen Aussichtsgerüst errichtet. Leider ist dieses nicht mehr begehbar. Von ihm hatte man einen wunderbaren Rundblick bis zum Erzgebirge. Neben dem Aussichtsturm steht die 1865 aufgestellte Triangulierungssäule aus Sandstein, welche an die landesweite Vermessungsaktion erinnert. Im Jahr 2003 wurde eine Gedenktafel für Prof. Christian August Nagel angebracht. Er war der „König“ der königlich sächsischen Triangulation. Der 361,5 m hohe Borsberg, bis zum 18. Jh. unter dem Namen „Golk“ bekannt, ist für viele Wanderer ein beliebtes Ziel. Gut ausgebaute Wanderwege verbinden diese Region des Schönfelder Hochlandes mit dem des Tiefen Grundes, des Friedrichsgrundes aber auch den Jagdwegen in Pillnitz.

Text: HochlandVerlag                                                                                                            Foto: HochlandVerlag