Adolf Böhlich – „Meister des Aquarells“ – wird 85

Wer ist dieser Prof. Dr. sc. Adolf Böhlich, der am 29.04. dieses Jahres seinen 85. Geburtstag begeht und der seit dem Jahr 1999 in Pappritz zu Hause ist? Zunächst erst einmal den über zweitausend von ihm in Dresden ausgebildeten Kunsterziehern, die seinen Vorlesungen lauschten und deren Diplom- und Doktorarbeiten er betreute, anerkannter Lehrer und Künstler. Zahlreichen Kunstliebhabern, von der Oberlausitz bis nach Japan ist er ein Vertrauter, und er ist mit seiner einzigartigen Malkunst weiterhin höchst präsent.

Sein Jubiläumsjahr wurde mit einer großen Ausstellung mit über 100 Arbeiten im Heidenauer Rathaus sehr erfolgreich eingeläutet. Es folgen Ausstellungen in der Verwaltungsstelle Schönfeld -Weißig ab dem 05. April bis zum 5. Juli, in der Ostsächsischen Kunsthalle Pulsnitz vom 09. Juni bis 22. Juli, im Landratsamt Görlitz vom 18. April bis 12. Oktober, sowie mit Beginn des neuen Schuljahres im neu erbauten Ehrenfried-Walther-von-Tschirnhaus-Gymnasium in der Dresdner Altstadt.

 

Was macht die Aquarellkunst Böhlichs so unnachahmlich? Es ist diese sehnsuchtsvolle Weite, seine Fernsichten, die emotionale Gestimmtheit, die Violett- und Orangetöne, die die Jahres- und Tageszeiten erahnen lassen. Dabei gibt es bevorzugte Sehnsuchtsorte, wie die uckermärkischen Seen, in denen sich die Uferlandschaft spiegelt oder den Blick aus dem Elbsandsteingebirge ins Elbtal, meist in Verbindung mit dem mystischen Schauspiel der darüber schwebenden Wolkenformationen und deren gleichsam lichtdurchflutenden Schattenspielen. Oder, es sind die warmen Sommer- und Herbsttöne der Wiesen, Felder und Berglandschaften rund um Bad Gottleuba, ebenso wie die einzigartigen Szenerien zwischen Wellen, Wind und Wolken an den Küsten von Rügen, Usedom oder Sylt. Das faszinierende in seinen Bildern, egal in welcher Landschaft entstanden, sind  die stilsicher gesetzten Kontraste zwischen harter Kontur und den ineinander verfließenden Farbübergängen, die den Betrachter immer wieder zu Entdeckungsreisen vom Bild in die eigene Gestimmtheit und wieder zurück einladen.

Adolf Böhlich wird 1933 in Johannesberg, CSR geboren. Die prägenden Eindrücke des heranwachsenden böhmischen Deutschen liegen in der heilen, schönen Kleinbauernwelt des 25 Häuser zählenden Dorfes: „Großvater mähte mit fast 80 Jahren die Wiesen und das Getreide noch ganz allein mit der Sense. Die Erlebnisse bei der Ernte sind mir für immer gegenwärtig. Tausendfache Eindrücke von den Wiesen und Feldern am Waldrand, vom nahem, großen ‚schwarzen Teich‘, von den Umgebindehäusern an seinem Ufer, von den sammetweichen Wegen durch die Wiese und von den Wolkenbildern am endlosen Himmel sind tief in meinen Sinnen und in meinem Herzen geblieben. Sie sind bis heute mit berührenden Gefühlen und Emotionen verbunden, dich ich besonders beim Zeichnen und Malen immer wieder neu erlebe.“

Böhlich ist mit seinen 85 Jahren ein politisch äußerst wacher Geist. In seinen Bildern findet sich jedoch nicht einmal eine Spur des zivilisatorischen Wirkens seiner Zeitgenossen. Seine Erklärung hierzu: „Ein Agitator war ich nie, das war mir zu laut. Vornehmlichste Aufgabe der Politik sollte es sein, den Frieden zu sichern. In meinen Bildern ist Frieden“.

 

 

Lieber Prof. Böhlich! Wir sind dankbar, dass wir Ihre Bilder um uns haben, Ihr Werk betreuen und den Menschen nahebringen dürfen! Alles Gute zum Geburtstag!

 

Biografisches zu Prof. Dr.sc. Adolf Böhlich

29. April 1933

geboren in Johannesberg, CSR,

 1948 – 1952

Lehre und Produktionsarbeit im Sachsenwerk Radeberg

1952 – 1958

Studium (ABF für Bildende Kunst, Pädagogisches Institut und Abt. Kunsterziehung an der Hochschule für Bildende Künste Dresden). Wichtigste Lehrer: Otto Griebel, Gerhard Stengel, Herbert Schmidt-Walter

1958 – 1960

Lehrer an der 23. Oberschule Dresden

ab 1960

Tätigkeit am Lehrstuhl Kunsterziehung des Pädagogischen Instituts bzw. der PH Dresden, parallel bis 1970 Unterrichtstätigkeit als Lehrer für Kunsterziehung

ab 1965

Leiter des Bereiches Methodik der Kunsterziehung

1968

Promotion A

1976

Leiter des Bereiches Bildende Kunst an der Pädagogischen Hochschule

1977

Promotion B

1982

Dozent an der PH

ab 1985

Professor für Theorie und Praxis der Bildenden  Kunst an der PH (ab 1992 an der  TU Dresden)

ab 1993

Professor für Kunstpädagogik an der Technischen Universität Dresden

1998

Emeritierung

Einzelausstellungen u.a. in Zittau, Görlitz, Löbau, Bautzen, Leipzig, Dresden, Heidenau, Osaka und Kobe (Japan), Jekaterinenburg und Moskau (Russland), Tallin (Estland) Liberec (CR)

Künstlerische Arbeiten befinden sich in privatem bzw. öffentlichem Besitz in Deutschland, England, Estland, Frankreich, Griechenland, Japan, Kuba, Russland, Schweiz und den USA.

Namhafte Schenkungen zugunsten mehrerer sozialer Projekte in Deutschland, Afrika  und Russland.

Adolf Böhlich lebt und arbeitet in Dresden-Pappritz

Irina und Christian Simon

PS: Wer noch  mehr über Prof. Böhlich erfahren möchte, dem seien die Artikel, die anlässlich seines 75. und 80. Geburtstages des „Wahl-Pappritzers“  im Hochlandkurier erschienen sind (nachzulesen unter www.simon-vm.de).  Hier können auch weitere seiner Bilder in einer kleinen Onlinegalerie angeschaut und erworben werden.

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